Was versteht man unter der physischen Dimension des Fastens?

Zur physischen Dimension gehören die durch das Fasten ausgelösten gesundheitsfördernden körperlichen Vorgänge. Wissenschaftlich belegt sind kurzfristige und langfristige positive Auswirkungen bei Herzkreislauferkrankungen (Herz- und Hirninfarkte) und Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes m. Typ 2).

Vielversprechende Studien an Tieren und Menschen lassen aber auch darauf hoffen, dass Krankheiten wie Krebs, Demenz, Alzheimer, chronische Alterskrankheiten sowie Alterungsprozesse durch Fasten günstig beeinflusst werden, indem ihr Auftreten verzögert oder gar verhindert wird. In diesem Sinne versteht sich Fasten besonders auch als präventive Maßnahme.

Fasten induziert:

  • Gewichtsreduktion
  • Entlastung der Gelenke
  • Entleerung überfüllter Speicher (Wasser, Fett, Salz, Eiweiß)
  • Entgiftung des Organismus über Leber, Galle, Niere, Haut Lunge
  • Neuordnung der Körperfunktionen (Hormonsystem, Zellen)
  • Senkung von Risikofaktoren und Stimulation der Selbstheilungskräfte (Immun- und Lymphsystem)
  • Änderung ungünstiger Gewohnheiten des Lebensstils (Alkohol, Zigaretten, Fast-Food etc.)
Was versteht man unter der psychischen Dimension des Fastens?

In den ersten Fastentagen ist das Bewusstsein stark auf die durch das Fasten ausgelösten körperlichen Vorgänge gerichtet. So spürt man beispielsweise, wie der Verdauungsapparat durch den Nahrungsentzug zur Ruhe kommt und sich der Körper von der äußeren auf die innere Ernährung umstellt. Spätestens aber ab dem 3. Tag verschiebt sich die Wahrnehmung immer mehr auf psychische Vorgänge.

Sie erfahren und erleben:

  • Achtsamkeit und Wahrnehmung von Bedürfnissen
  • Vertrauen in die Möglichkeiten des eigenen Körpers
  • Gedankliche Klarheit und Lösungsansätze von Problemen
  • Kreative Gedanken und neue Einfälle
  • Eigene Stärken und Talente
  • Spiritualität

In unseren Fastenkuren bauen wir bewusst längere Erholungsphasen ein, in denen die Teilnehmer Zeit zur inneren Einkehr und Meditation finden können. Es ist durchaus sinnvoll, diese Zeit allein zu verbringen und sich ganz auf das eigene Selbst zu konzentrieren.

So kann man beispielsweise am See oder im Wald meditieren oder spazieren gehen, im See schwimmen, den Sonnenuntergang betrachten, am Strand ein Schläfchen machen, sich auf eine Bank mit einem Buch setzen oder einfach im Hotelzimmer ausspannen.

Was versteht man unter der sozialen Dimension des Fastens?

Die aus Fasten, Wanderungen und Kontemplation resultierenden körperlichen, geistigen und seelischen Erfahrungen werden beim Fastenwandern noch durch eine weitere Ebene bereichert: die soziale Dimension. Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen körperlichen und psychischen Vorgängen öffnen sich die Fastenden gegenüber den anderen Teilnehmern der Gruppe, die Gleiches oder Ähnliches erleben.

Wie in einem Spiegel beginnt man allmählich, sich selbst im Anderen wiederzufinden. Dadurch entsteht ein starkes Gefühl der Verbundenheit und der Vertrautheit. Soziale, kulturelle, religiöse oder altersbedingte Differenzen bauen sich ab und geben den Weg für ein tolerantes, offenes und unbeschwertes Miteinander frei.

Die Vorteile von Fasten in der Gruppe sind:

  • Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten
  • Verdichtung zwischenmenschlicher Beziehungen
  • Gegenseitige Unterstützung
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls

Die positiven Erlebnisse in der Gruppe fördern die psychischen Effekte des Fastens. Die Stärkung von Geist und Seele wiederum fördern die physischen Effekte des Fastens. Somit komplettiert die soziale Interaktion in der Gruppe die ganzheitliche Methode des Fastenwanderns und trägt einen entscheidenden Anteil am Erfolg jeder Fastenkur.

Was sind Schlacken?

Das Wort »Schlacke« stammt aus der metallerzeugenden Industrie und bezeichnet einen glasig massiven Rückstand aus Hochöfen. Die Alternativmedizin benutzt diesen Begriff als Metapher für überschüssige Stoffwechselendprodukte aus z.B. ungesunder Nahrung, Nahrungszusätzen oder Medikamenten, die von der Leber nicht vollständig unschädlich gemacht und über die Nieren nicht ausgeschieden werden konnten. Diese abgelagerten Fremdstoffe lagern sich im Gewebe ab und belasten den Körper.

Die Metapher »Entschlackung« ist von Otto Buchinger geprägt und bezeichnet die Ausscheidung dieser überschüssigen Stoffwechselendprodukte über Haut (Transpiration, Osmose), Lunge (Respiration), Darm und Niere während einer Fastenkur.

Wandern wir bei schlechtem Wetter?

Jedes Wetter hat seine spezifische Schönheit. Daher wandern wir selbstverständlich auch, wenn die Sonne einmal nicht scheint. Sollte aber aufgrund des Wetters eine Wanderung unmöglich oder gar gefährlich sein, haben wir eine vortreffliche Alternative für Sie. An diesen Tagen gehen wir in einen Luxus Fitness Club. Neben der Nutzung von Fitnessgeräten können wir dort an Tanz-, Yoga- oder Gymnastikkursen teilnehmen sowie den Wellnessbereich zur Entspannung nutzen. Die Kosten werden von uns getragen.

Was ist Glaubersalz und wie funktioniert es?
Der Wirkstoff von Glaubersalz ist Natriumsulfat. Dieser wirkt im Darm durch Osmose und wird vollständig ausgeschieden bzw. vom Körper nicht aufgenommen. Wasser wird aus der Blutbahn in den Darm gezogen und führt zu einer plötzlichen Entleerung. Dabei ist es wichtig, weit über den Durst zu trinken. Die Glaubersalzmenge, die wir unseren Teilnehmern verabreichen, hängt von deren Körperbau, Gesundheit und Erfahrung ab, und liegt generell zwischen 20g und 40g. Wir bieten unseren Teilnehmern selbstverständlich auch Alternativen.
Brauche ich eine Vitamine-Supplementierung während des Fastens?

Durch Fasten für Gesunde entsteht kein Vitaminmangel.

• fettlösliche Vitamine A, D, E und K befinden sich in unseren Fettdepots und werden bei der Fettverbrennung freigesetzt.

• wasserlösliche Vitamine werden durch gute Frucht- und Gemüsesäfte und Brühe gedeckt.

Unser Körper ist schlau: Beim Fasten geht der Körper mit seinen Vitaminen sparsam um.

Was ist der Unterschied zwischen Fasten für Gesunde und Heilfasten?

Fasten für Gesunde richtet sich an Menschen ohne große Gesundheitsbeschwerden und wird von einem Fastenleiter geleitet für eine maximale Dauer von 10 Fastentagen.

Heilfasten richtet sich an Menschen, die aufgrund einer Krankheit fasten. Die Dauer einer Heilfastenkur geht von 10 Fastentagen bis zu 21 Fastentagen. Heilfasten-Patienten werden von Ärzten in einer Klinik begleitet.

Wer darf auf keinem Fall fasten?

Folgende Kontraindikationen gibt es beim Fasten:

• Kachexie (krankhafte, sehr starke Abmagerung)

• Anorexia nervosa

• dekompensierte Hyperthyreose (starke Schilddrüsenüberfunktion)

• fortgeschrittene zerebrovaskuläre Insuffizienz bzw. Demenz

• fortgeschrittene Leber- und Niereninsuffizienz

• Schwangerschaft und Stillzeit